Arbeit

Zum Tellerwaschen in die Küche.

Der Insolvenzschuldner soll arbeiten.

Arbeitspflicht

Wenn Sie nicht zahlen können, sollen Sie arbeiten.

Die Zahlungspflicht wird im Insolvenzverfahren zur Arbeitspfllicht, wenn Sie die Restschuldbefreiung anstreben. Diesen Wandel der Zahlungspflicht zur Arbeitspflicht kennt die Einzelzwangsvollstreckung hingegen nicht.

Hätten Sie den Kredit seinerzeit auch unterzeichnet (und das Geld ausgegeben), wenn Ihnen bewusst gewesen wäre, dass Sie – auch wenn die Lebensumstände sich ändern – eine Arbeitspflicht trifft, falls Sie nicht (mehr) zahlen können?

Die Frage ist jetzt vergossene Milch. Den Erfahrungsschatz aber haben Sie.

Den Schuldner trifft eine Erwerbsobliegenheit im Insolvenzverfahren und im Verfahren zur Restschuldbefreiung gemäß § 287a InsO.

Auslaufende Regelung

Für Insolvenzanträge, die vor dem 01.07.14 beim Insolvenzgericht eingegangen sind, gilt noch anderes. Eine Erwerbsobliegenheit im eröffneten Insolvenzverfahren besteht nicht. Erst in der sogeannten Wohlverhaltensphase trifft den Schuldner die Erwerbsobliegenheit.

Befriedigungsaussicht der Gläubiger

Erzielen Sie trotz einer Vollbeschäftigung und einer sachgerechten Entlohnung kein pfändbares Arbeitseinkommen, greift der Versagungsgrund gemäß § 290 Abs. 1 Nr. 7 InsO aber nicht.

Arbeitslosigkeit

Arbeitslosigkeit verhindert die Restschuldbefreiung nicht.

Aber auf Nachfrage muss der Insolvenzschuldner belegen, ob und wie oft er Bewerbungen verschickt hat.

Teilzeitbeschäftigung

Wenn Sie keiner Vollzeitbeschäftigung nachgehen, müssen Sie sich um eine solche bemühen – falls sonst den Gläubigern ein Nachteil droht.

Mehrarbeit

Für Überstunden gilt, dass ein Leistungsanreiz greifen soll. Der hälftige Betrag erhöht das bereinigte Nettoeinkommen. Der Rest ist gemäß § 850a Nr. 1 Zivilprozessordnung unpfändbar.

Alterrente

Sie haben genug gearbeitet, wenn Sie in Altersrente gehen. Das gilt auch in der Insolvenzordnung. Sollten Sie – wenn die Rente kärglich ist oder weil Sie einfach wollen – daneben Geld verdienen, kommt bei Altersruhegeldern die Regelung gemäß § 850a Nr.1 ZPO analog zur Anwendung.